Mittwoch, 16. September 2020

Streiten kann die Persönlichkeitsbildung stärken



BUCHS Endlich konnte es wieder losgehen. Nach einer langen coronabedingten Pause lud die Elternbildung Werdenberg wieder einmal zu einem Referat im Familientreff Buchs ein.

Die erfahrene Referentin Bernadette Ledergerber gestaltete den Abend zum Thema «Wir haben uns zum Streiten gern». Neben den spannenden Ausführungen und anschaulich vermittelten Hintergrundinformationen der Referentin standen auch die Fragen und Erfahrungen der teilnehmenden Eltern und Erziehungspersonen im Zentrum.

In Kleingruppen tauschten sich die Teilnehmenden intensiv über ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Thema Streiten aus. Danach wurden die Erkenntnisse im Plenum zusammengetragen. So wurde sehr schnell klar, dass Streit wohl in allen Familien vorkommt.

Ideen, um positiver mit Streit umzugehen

Dass Konflikte am liebsten mit jenen Menschen ausgetragen werden, die uns am nächsten stehen, bestätigte auch die Referentin. Gemeinsam wurde eruiert, in welchen Situationen es besonders oft zum Streit kommt und was konkret in diesen Situationen deeskalierend wirken kann. Es wurden Ideen gesammelt, wie positiver mit Streit umgegangen werden kann und eine förderliche Streitkultur in der Familie vermehrt kultiviert werden kann.

Bernadette Ledergerber brachte ein, dass heftigen Konflikten oft auch vorgebeugt oder diese entschärft werden können, wenn die Familienmitglieder gelernt haben, ihre Emotionen vermehrt mitzuteilen oder auch einfach mal vorzuinformieren: «Heute bin ich einfach nicht gut drauf.» Dasselbe gilt auch, wenn frustrierte Auseinandersetzungen mit Kindern vermieden werden wollen, weil man sie unvorbereitet aus ihrem versunkenen Tun herausholt. Es empfiehlt sich, Kindern rechtzeitig mitzuteilen: «Es ist jetzt dann gleich Zeit, zu gehen.» Dies fördere das gegenseitige Verständnis sehr und auch verschiedenste Reaktionen können besser eingeordnet werden.

Konflikten nicht einfach aus dem Weg gehen

Empathiefähigkeit müssen Kinder aber erst entwickeln und kann nicht schon von den Kleinsten als selbstverständlich eingefordert werden. Und gerade für die Entwicklung des «Einfühlenkönnens», aber auch um den Umgang mit den eigenen Gefühlen zu erlernen, Frust auszuhalten, Kompromisse eingehen und Argumentieren lernen zu können, sind Räume, um streiten zu dürfen, besonders wertvoll.

Die Referentin machte den Teilnehmenden Mut, Streitigkeiten und Konflikten nicht einfach aus dem Weg zu gehen oder unter den Teppich zu kehren. Streiten könne die Persönlichkeitsbildung stärken, helfen, die eigenen Grenzen besser spüren und erkennen zu lernen, und ist oft der Motor und die Motivation, um sich auf den Weg zu machen, nach gemeinsam Lösungen zu suchen.

Dienstag, 25. Februar 2020

Kinder beim Lernen begleiten

Viele Eltern sehen ihre Kinder mit den Schulaufgaben oder mit Schwierig­kei­ten beim Lernen kämpfen. Sie möchten helfen, versuchen es auch – aber oft fühlen sie sich hilflos, der erwartete Erfolg will sich nicht einstellen. Die Kinder sind lustlos und unwillig.


Nina Josat, dipl. Lerntherapeutin und Lerntrainerin bot mit ihrem Vortrag im Rahmen der Elternbildung Werdenberg ganz praktische Hilfestellung über Lern­­organisation, Lerntechniken und Lernstrategien.

Das Lernen muss organisiert werden: Wann hat das Kind überhaupt Zeit zum Lernen? Ein Monatsplan kann helfen, die Zeit vernünftig einzuteilen, ohne Pau­sen und freie Tage zu vergessen.

Verschiedene Lerntechniken zum Beispiel mit Hilfe von farbigen Karteikarten, Lernplakat, Mind Map usw. wurden ebenso vorgestellt wie sogenann­tes Mini­males Lernen oder eine optimale Lesetechnik.

Eine wichtige Funktion kommt dem unterstützenden Elternteil auch bei der Motivation der Kinder zu. Das heisst Erfolge ermöglichen, für ein gutes Lern­klima sorgen, die Ziele und Träume der jungen Menschen in Erinnerung rufen, um zu verhin­dern, dass Mutlosigkeit sich breit macht.

Die Referentin stellte Prüfungsstrategien vor, die der Prüfungsangst entgegen wirken können. Auch zum Thema Misserfolge und zum verbesserten Umgang damit gab es praktische Anleitungen.

Im Anschluss an den sehr praxisbezogenen Vortrag stellten die zahlreich an­we­senden Mütter gezielte Fragen, auf welche die Referentin bereitwillig und detailliert einging.